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Kleiner Waffenschein, große Nachfrage

Januar 2016Juli 2016

Die Zuwanderung von Flüchtlingen nach Deutschland, der Terrorangriff in Paris am 13. November 2015, die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln und anderen Großstädten – all diese Ereignisse verunsichern die Bevölkerung. Manche sind offenbar so verängstigt, dass sie zu Waffen greifen, um sich gegen vermeintliche oder tatsächliche Gefahren zu schützen. Insbesondere in den Tagen und Wochen nach Silvester haben sehr viele Menschen den Kleinen Waffenschein beantragt. Köln stand damals besonders im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Wie viele Anträge auf den Kleinen Waffenschein gab es dort seit Jahresbeginn? Und wie ist die Situation in Deutschland?

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Terror in Burkina Faso

Januar 2016Juli 2016

Am 15. Januar 2016 trifft der islamistische Terror die Hauptstadt Burkina Fasos: In Ouagadougou attackieren schwer bewaffnete Kämpfer ein Hotel und ein Restaurant im Zentrum der Millionenstadt. 30 Menschen sterben – und Al Qaida im Maghreb und Al Mourabitum übernehmen die Verantwortung. Während in den Nachbarländern seit Jahren gewaltreiche Konflikte toben, war Burkina Faso weitgehend verschont geblieben. Wie hat der islamistische Terror vom Januar die Menschen getroffen? Hat der religiös motivierte Extremismus die Menschen verändert? Drei Stimmen aus Burkina Faso ein halbes Jahr danach.

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Schleier des Schweigens

Dezember 2015Juni 2016

Zum ersten Mal durften an den Kommunalwahlen in Saudi-Arabien am 12. Dezember 2015 Frauen teilnehmen, als Wählerinnen und als Kandidatinnen. Die Gemeinderäte sind die einzige politische Vertretung des Königreichs, die zu zwei Dritteln von den Bürgern mitbestimmt wird. Das letzte Drittel ernennt die Regierung, die größtenteils aus Mitgliedern der Königsfamilie besteht.

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Das neue Sterbehilfegesetz – welche Folgen hat der § 217 StGB?

Dezember 2015Juni 2016
 

Am 10. Dezember 2015 trat das „Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ in Kraft. Der neu eingeführte § 217 des StGB richtet sich vor allem gegen Sterbehilfevereinigungen wie „Sterbehilfe Deutschland“ oder „Dignitas“, die ihren Mitgliedern Freitodbegleitung anbieten. Das Gesetz soll verhindern, dass Sterbehilfe zum Regelangebot ärztlicher Leistungen wird. Ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes sprach Follow Up mit Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Moraltheologe an der Universität Freiburg und Mitglied des Deutschen Ethikrates, über die neue Regelung.

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„Geschäftsmäßige“ Suizidbeihilfe – ja oder nein?

Für Helmut Wetzel, den Leiter des Kasseler Kommissariats 11, wirft die Verschärfung des Strafrechts bei der Sterbehilfe viele Fragen auf. Bei den Ermittlungsbehörden herrsche eine gewisse Unsicherheit – auch, weil die nordhessische Polizei bislang keine praktischen Erfahrungen auf Basis des verschärften Verbots gesammelt hat.

Doch Wetzel hält die Auseinandersetzung mit dem neuen Paragraphen 217 für wichtig, weil er in Einzelfällen einen gewaltigen Unterschied bedeuten kann. „Er bringt Leute eher in die Gefahr einer strafrechtlichen Ermittlung als vorher.“ Früher seien Ermittler grundsätzlich nach dem Motto vorgegangen: Selbsttötung ist straffrei, also gilt das auch für die Beihilfe. Das sei nun anders, meint Wetzel. Wenn Polizisten bei einem verstorbenen Menschen nur kleinste Hinweise auf einen assistierten Suizid fänden, müssten sie ermitteln, ob dahinter eine geschäftsmäßige Beihilfe steht.

Ermittlung wegen Tötung auf Verlangen

Zwar ist das in Wetzels Kommissariat noch nicht passiert, aber in Kassel ist man sensibilisiert für die ethischen Fragen und Meinungsunterschiede, die beim Sterbewunsch einzelner Menschen eine Rolle spielen – spätestens, seitdem die Kasseler Polizei es im vergangenen Jahr mit einem Selbsttötungsfall zu tun bekam, der bundesweit Aufmerksamkeit erregte: Auf Grund eines Hinweises schritt sie vor dem Beratungsgespräch eines 90-Jährigen mit einem Arzt über Selbsttötung ein, nahm den Lebensmüden in Gewahrsam und ließ den alten Mann in eine Psychiatrie einweisen. Nachdem er wieder aus der Klinik entlassen worden war, kam der 90-Jährige bei seinem Sohn unter, wo er sich das Leben nahm. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen den Sohn zuerst wegen Verdachts auf Tötung auf Verlangen, doch das Verfahren wurde eingestellt.

Wetzel weiß: Vielen Menschen geht das Verständnis dafür ab, dass die Polizei in solchen Fällen einschreitet. Doch die Behörde sei ans Strafrecht gebunden und müsse im Zweifel ermitteln. Das sei mit der neuen Rechtslage nun noch deutlicher der Fall. „Im Ergebnis gibt es für die Polizei nicht viele Möglichkeiten, es anders zu lösen, als wir es damals getan haben. Der neue Paragraph bringt da auch keine Besserung, sondern macht es eher schwieriger.“

Kontroverse Diskussion, keine Handlungssicherheit

Um die Handlungsmöglichkeiten und -pflichten der Polizei im Zuge des neuen Paragraphen 217 auszuloten, besuchte Wetzel im Mai mit Kollegen eine Fachtagung mit etwa 30 Teilnehmern im hessischen Bad Zwesten. „Es war die interessanteste Tagung, die ich je mitgemacht habe“, sagt Wetzel. Dort tauschten sich Polizisten und Rechtsanwälte mit einem selbst ernannten „Sterbebegleiter“ aus – und auch mit dem Sohn des 90-Jährigen, der sich 2015 in Kassel letztlich mit Medikamenten selbst getötet hatte. Man habe sehr gute Gespräche geführt und kontrovers diskutiert, sagt Wetzel. Aber: „Handlungssicherheit hat auch diese Tagung nicht geben können.“

Wetzel glaubt, dass der neue Paragraph 217 der Polizei eher weniger Freiheiten lässt. Gibt es etwa einen Hinweis darauf, dass ein Mediziner am Suizid mitgewirkt hat, etwa mit einer größeren Zahl verschriebener Tabletten, so müsse die Polizei eigentlich in Richtung der „geschäftsmäßigen“ Beihilfe ermitteln. Auch dieser Begriff wiederum, eben das „geschäftsmäßige“, sei ja juristisch interpretierbar – weswegen die Polizei im Zweifel nicht nur nach kommerzieller Beihilfe fahnden, sondern auch bei Helfern aktiv werden müsse, die gegebenenfalls erneut einem Menschen beim Suizid assistieren könnten.

Moraltheologe Eberhard Schockenhoff sieht diese Gefahr zwar nicht (s. Interview). Fest steht jedoch: Bei Ethikern, Juristen und Polizisten bestehen Zweifel darüber, wie das neue Gesetz nun zu interpretieren ist. Wer mit Ermittler Wetzel darüber spricht, hört: Glücklich ist der Polizist nicht über diese Lage. Was der neue Paragraph 217 letztlich für ihn und seine Kollegen bedeuten wird, bleibt abzuwarten: „Ich bin sehr gespannt“, sagt Wetzel, „im Zweifelsfall wird es immer zu einem Strafverfahren kommen – ähnlich wie bei Krankenhausbehandlungen, wenn es einen Verdacht auf fahrlässige Tötung gibt.“

Gefängnis für Doper – wann fällt das erste Urteil?

Dezember 2015Juni 2016

Der Profisport bewegt Geld und Emotionen. Kein Wunder, dass Sportler, Betreuer und Funktionäre seit Generationen den Spitzenleistungen auf die Sprünge helfen – und zwar mit allerlei chemischen Substanzen und medizinischen Praktiken. Diesen Missstand wollte die Bundesregierung bekämpfen und schuf ein Antidopinggesetz. Das gilt seit Dezember 2015, und Sportlern in Deutschland droht eine Freiheitsstrafe, wenn sie dopen. Follow Up hat nachgefragt: Was bringt das Gesetz in der Praxis?

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BFE+ – Wettrüsten gegen den Terror?

Dezember 2015Juni 2016

Blumberg, rund 20 Kilometer nordöstlich von Berlin, am 16. Dezember 2015. Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Bundespolizeipräsident Dieter Romann präsentieren der Öffentlichkeit eine neue Eliteeinheit der Bundespolizei: die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit plus, kurz BFE+. Sie soll künftig vor allem bei Anti-Terror-Einsätzen und länger andauernden Fahndungen zum Einsatz kommen. Am Tag der medienwirksamen Präsentation nehmen die ersten 50 Beamten der neuen Einheit ihren Dienst auf, in mehreren Phasen sollen weitere 200 hinzukommen. Follow Up fasst nach: Ist die Einheit mittlerweile einsatzbereit und gerüstet für ihre Aufgaben? Und braucht es die neue Einheit überhaupt?

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Rumänien mit neuer Regierung – alles beim Alten?

November 2015 Mai 2016
Ist Korruption tödlich? Sterben Menschen, weil Politiker und Beamte die Hand aufhalten? Davon sind viele Menschen in Rumänien überzeugt – spätestens, seitdem in der Nacht des 30. Oktober 2015 im Club Colectiv in Bukarest ein Feuer ausbrach. Am Unglücksort selbst starben 26 Menschen, später im Krankenhaus weitere 38 Personen. Bei einem Konzert der Band Goodbye to Gravity hatte eine nicht genehmigte Pyroshow die Isolierung in Brand gesetzt und eine Katastrophe ausgelöst, die das Land tief traf. Das Unglück wurde unter anderem auf mangelhafte Kontrollen der Behörden zurückgeführt.

Wenige Tage nach dem Brand gingen so viele Rumänen auf die Straße wie seit dem Untergang des Ceaușescu-Regimes 1989 nicht mehr. Bereits am 4. November erklärte Victor Ponta, der umstrittene sozialdemokratische Premierminister, seinen Rücktritt. Am 17. November übernahm Dacian Ciolos den Posten – als ehemaliger EU-Kommissar steht er einer technokratischen Regierung von parteilosen Ministern vor, die bis zur regulären Parlamentswahl im Dezember für Beruhigung sorgen soll. Wie hat sich die politische Lage in Rumänien in den vergangenen sechs Monaten verändert? Wir haben drei Menschen, die die Entwicklungen im Land eng verfolgen, um ihre persönliche Einschätzung gebeten.

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„The fear was very real“

November 2015Mai 2016

On Cholera in Iraq – and What Prevented It from Spreading Further into the Region

Iraq, November 2015. It has already been two months since cholera broke out in the Bagdad region. Speaking with news agency Reuters, Peter Hawkins, UNICEF’s Iraq director, expresses his fear that the infectious disease might spread to neighboring countries such as Kuwait and Bahrain. Six months later Follow Up talks with Jeffrey Bates, Chief Communications Officer at UNICEF Iraq, about the reasons for these concerns. We also asked him what UNICEF did to prevent cholera from spreading further into the crisis-shaken region.

Jeffrey Bates, Chief Communications Officer, UNICEF Iraq

What were the consequences of the cholera outbreak that happened in Iraq last year?

We ended up with a total 3,000 cases confirmed in the national laboratory but there were only two confirmed deaths. So, all in all, the mortality rate for this outbreak was much lower than you would have anticipated given the number of confirmed cases.

Was this due to the measures that UNICEF took?

It’s always hard to say exactly what did it – maybe if we did nothing, cholera would disappear. But you can look historically at the number of cases during previous outbreaks and compare the types of response. And if you use the history to extrapolate, you would have expected a lot more cases. However, you can measure how many people were exposed to cholera prevention messages, how many people who were exposed to messages changed their behavior such as boiling water. The only thing you can say for sure at the end of that is: “We had a plan, we put it in place with the objective of decreasing or stopping cases, then cases decreased, therefore we suspect our plan was helpful in doing that.”

What did you do to mitigate the risks of the cholera outbreak?

There were a number of measures put in place within 48 hours in collaboration with agencies such as the World Health Organization and the ministries of health who had convened a cholera task force. UNICEF focused on improving water sanitation systems and providing supplies such as oral rehydration solutions and salts. We also started a mass communication campaign which helped people understand how cholera is transmitted, mechanisms for prevention, but also, early danger sign recognition. With medical interventions, such as drips, you can reduce mortality rates from sometimes up to 30% to about 1% – 2%, so it was important for people to know symptoms so they could get treatment.

“We had a plan, we put it in place with the objective of decreasing or stopping cases, then cases decreased, therefore we suspect our plan was helpful in doing that.”

Did the cholera outbreak last year come as a surprise?

No, it was anticipated. Iraq is a cholera endemic country with outbreaks happing about every three to four years. It is not known really why cholera outbreaks follow this pattern here, but most diseases do have predictable times or cycles when we expect more cases. Because the previous outbreak was in 2012, and the one before that in 2007, if we did not see cholera this year, it probably would have happened the next year.

Can you describe the typical course of the disease?

Cholera typically starts in September, peaks in October/November, and then trails out in December. And that’s exactly the epidemiological curve that we saw from last year’s outbreak. So in November, we were at the peak of the epidemic when the most people were likely at any one time to have been exposed and thus have the cholera bacteria in their gut.

One of the additional risks for the cholera to spread to neighbouring countries was Arbaeen, the Shia Muslim religious observance. There are about ten million people from different countries coming to Kerbala, south of Bagdad, every year.

The fear was that we were going to see a huge bump in the number of cases both in Iraq, but also in source countries if people carried the cholera bacteria home. But actually, we didn’t. Exact numbers are always difficult to measure but some people estimated up to 20 million came during Arbaeen. In anticipation of this pilgrimage, we put into place a lot of mitigation activities, such as mass public information messaging, a lot of key water sanitation facilities ensuring that the water people received was clean, that they had access to medical facilities. The result was that a huge number of people converged in Kerbala and left without really impacting or seeing a dramatic increase in cholera rates.

So was your fear unjustified?

The precautions were necessary as the consequences were potentially disastrous. Further, in this region, we have a lot of travel in and around the country – people travel for economic reasons, as refugees, to visit relatives. So this fear that the cholera could spread – and it did end up spreading to some neighboring countries – was very real. Fortunately, we didn’t see wide scale spreading, and the outbreak overall was smaller than previous outbreaks.

How do you monitor the course of an outbreak?

There are several ways that we do what we call “surveillance”. The primary health services in the village would record how many people come in with acute watery diarrhea, the main cholera symptom. There are normal expected incidence rates, which will increase during a cholera epidemic. If someone exhibits the signs, then you would count it as a likely cholera case. But the only way you can say for sure is if you get a laboratory confirmation. We have laboratories in Iraq at the governorate level, and there are 18 governments. They will send some samples to the national laboratory to verify them. So the ultimate verification is the national level laboratory because it has the highest control standards.

Are these laboratories working well, considering the unstable political situation in Iraq?

In Iraq we have a wide scale security crisis. In certain areas these laboratories might not be fully functional so surveillance results might not be accurate. So we can’t say for sure, particularly in areas that aren’t under government control, what was happening with the outbreak. We can only say for sure the numbers of cases in areas that we had access to laboratories, or could verify through laboratory confirmation.

The precautions were necessary as the consequences were potentially disastrous.

What role does money play for your work?

Money plays a very pivotal role because all of UNICEF’s activities have expenses related to them. Iraq is typically thought of as a middle to high-income country because of its oil exports. But the ongoing crisis and the conflict in Iraq have drained a lot from the economy. Also the lowering oil prices on the global economic market have really crippled the ability of the national government and regional governments to invest in these types of social activities.

Where do UNICEF’s resources come from?

For UNICEF, and the other UN agencies, we rely on donors to provide funding. The scope and the scale of what we’re facing requires immense investments. We just recently put out a call for over $500 million for the entire UN humanitarian response of which we’ve only so far gotten about 16% funded. Some of our major donors are the United States, the government of Germany, the government of Japan and the government of the United Kingdom. We have over 30 individual donors but these are some of our biggest ones. We also get funding from foundations or from private industry and civil society. However, their funding usually can’t reach the levels that governments can provide.

What is the health situation like in Iraq right now?

Cholera really is no longer a threat this year. However, we’re seeing huge numbers of people displaced in the current crisis – there are almost three and a half million people who have been forced to flee their homes and take up residence in other parts of Iraq where they don’t have access to facilities, and they don’t have access to the types of resources that they had at home. In many cases people had to flee their homes with only the clothes and what they could carry.

So in some areas we’re seeing an increase in malnutrition or micronutrient deficiency. We’re seeing, in some cases, children who are out working and being exposed to higher levels of hazards. The government and humanitarian workers are putting responses in place, but with such as large and prolong crisis, poor  access to resources including food, along with the chronic stress of being displaced, is starting to take a toll, especially on the children – they’re much more vulnerable in these circumstances. So UNICEF and partners are trying to monitor growth rates, see if we have acute malnutrition in the form of a wasting, or chronic malnutrition in the form of stunting. And unfortunately, we are starting to see some indication that both of these are happening.

So is the danger of cholera gone now?

When you have an outbreak in the fall in Iraq, it’s often followed in the spring by a smaller-scale outbreak. So, the agencies and ministries of health were on the lookout for cholera cases this spring, which fortunately, we haven’t really confirmed for this season. April, May are the months that we would expect something to come up if it were to come up. And we’re in May right now and we haven’t had it. We are not out of the woods yet but it’s getting closer to the end of the period where we might see the spring outbreak. However, for the next couple of weeks, we have to maintain vigilance and our surveillance and be able to react and respond very rapidly if we do see an outbreak. Cholera will certainly happen again. So we need to be as ready as we can be to reduce the impact of that is what we’ll strive for.

We are not out of the woods yet.

At the end of April, there was an IS terrorist attack which killed almost 20 people. Protesters stormed Iraq’s parliament. How do political tensions affect your work?

We anticipate these sorts of things happening, so UNICEF has security measures in place to ensure all of our national and international staff are safe, and hopefully things will remain peaceful. Working in Iraq can be stressful, when you’re working in chronic crisis situations and the need to respond consistently situations which you might not be able to predict. There are a lot of people, nearly 10 million, who need humanitarian assistance, so we have to be in a position to respond to their needs while also keeping ourselves healthy. But people come here knowing that this is a very intense job, and we try to ensure that we monitor staff well-being and see how they’re doing and ensure people get rest as they need.

„Die Angst war sehr real“

November 2015Mai 2016

Cholera im Irak – und warum sie sich nicht weiter ausbreitete

Irak, November 2015. Bereits seit zwei Monaten grassiert die Cholera in der Gegend um Bagdad. Peter Hawkins, Landesdirektor von UNICEF Irak, äußert sich besorgt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, er befürchtet ein Überspringen der Krankheit auf Nachbarländer wie Kuwait oder Bahrain. Sechs Monate danach sprechen wir mit Jeffrey Bates, Kommunikationschef des UN-Kinderhilfswerks im Irak, über die Gründe für diese Befürchtungen.

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Kampfeinsatz der Bundeswehr in Mali

November 2015Mai 2016

Seit 2012 tobt in Mali ein blutiger Bürgerkrieg. Immer wieder liefert sich die nur etwa 12.000 Mann starke Armee des westafrikanischen Staates Gefechte mit radikalen Islamisten, nach Unabhängigkeit strebenden Tuareg und hochgerüsteten Drogenbanden. Attentate und Geiselnahmen erschüttern den Süden, während die Bevölkerung im nördlichen Rebellengebiet Raub, Mord und Vergewaltigung ausgesetzt ist. Bei ihrem Kampf gegen die Aufständischen erhält die schlecht ausgerüstete malische Armee Unterstützung  von ihren westlichen Verbündeten. Auch die Bundeswehr ist seit drei Jahren an einer Ausbildungsmission der EU (EUTM) im Regierungsgebiet und einer UN-Mission (Minusma) im umkämpften Norden beteiligt. Im November 2015 kündigte das Verteidigungsministerium eine massive Ausweitung des bisherigen Minusma-Einsatzes an. Was geschah seitdem?

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Der neue 20-Euro-Schein: Denkaufgaben für Fälscher

November 2015Mai 2016

Der 500-Euro-Schein wird abgeschafft, so hat es die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang Mai beschlossen, um dunkle Geschäfte zu bekämpfen. Ein anderer Schein dagegen wurde neu auf den Markt gebracht, um Kriminelle abzuschrecken: Am 25. November 2015 lancierte die EZB den neuen Zwanziger. Die Sicherheitsstandards der Banknote gelten als weltweit führend. Zum Start Ende November waren bereits 4,3 Milliarden neuer Scheine gedruckt. Was hat sich seit Einführung dieses Scheins getan?

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Köln: Radfahrer dürfen auf die Straße – nur wann?

Oktober 2015April 2016

Was der Verkehrsausschuss des Kölner Stadtrats am 27. Oktober 2015 beschloss, sorgte auch überregional für Aufmerksamkeit. Einstimig folgte der Ausschuss einem Antrag von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, FDP sowie den Gruppen Piraten und Deine Freunde und forderte die Kölner Stadtverwaltung auf, zügig die Radwegebenutzungspflicht – wo möglich – in der Stadt aufzuheben und auf den zentralen Ringen die entsprechenden Schilder „schnellst möglich“ zu beseitigen. Fahrradfahrer dürfen dann also überall die Straße benutzen. Im Stadtbild sieht man sechs Monate später noch keine Veränderung – wir haben nachgehakt.

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Das erste Hindu-Grabfeld in Hamm

Oktober 2015April 2016

Surya, der hinduistische Sonnengott, taucht das östliche Ruhrgebiet am 1. Oktober 2015 in ein goldenes Licht. Was an diesem Tag auf einem Kommunalfriedhof in Hamm vonstattengeht, scheint ihm zu gefallen: Priester der Hindu-Gemeinde des Sri-Kamadchi-Ampal-Tempels weihen das erste hinduistische Grabfeld in Mitteleuropa ein. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann und andere Vertreter der Stadt, Geistliche unterschiedlicher Konfessionen, Wissenschaftler und Journalisten nehmen an der Eröffnungszeremonie teil. Dass Hindus sich überhaupt auf einem Friedhof beisetzen lassen, ist in ihrer Bestattungskultur eigentlich nicht vorgesehen. Wie ist dieser Wandel zu erklären? Wird das Grabfeld bereits genutzt? Und wie fügt es sich in die Geschichte der Hindu-Gemeinde in Hamm ein? Ein halbes Jahr nach der Eröffnung hat Follow Up sich in Westfalen umgesehen.

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Wie Hamm zum Hindu-Zentrum wurde

Mehr als 30 Jahre liegen zwischen der ersten Beisetzung auf dem eigenen hinduistischen Grabfeld in Deutschland und den Anfängen der Hammer Hindu-Gemeinde. Deren Beginn reicht zurück bis in die 1980er Jahre. Zu diesem Zeitpunkt wurde in Sri Lanka die Forderung der tamilischen Minderheit nach einem eigenen, unabhängigen Staat immer lauter. Das lag an der zunehmenden Benachteiligung durch die singhalesische Mehrheit. 1983 spitzte sich der Konflikt zum Bürgerkrieg zu, woraufhin viele Tamilen aus dem Land flohen.

Knapp 30.000 dieser geflohenen Menschen aus Sri Lanka trafen zwei Jahre später in der Bundesrepublik Deutschland ein. Unter ihnen war auch der Hindu-Priester Sri Arumugam Paskaran. Vor seiner Ankunft 1985 in Hamm hatte Paskaran bereits eine lange Reise hinter sich: von Sri Lanka aus nach Moskau, von dort aus nach West-Berlin. Eigentlich, erzählt er, sei Paris sein Ziel gewesen, „doch der Zug fuhr nicht weiter, sodass ich in Hamm ausgestiegen bin.“ Warum er in der damals rund 170.000 Einwohner zählenden Stadt in Westfalen den Zug verließ, bleibt in seinem Bericht undeutlich.

Fest steht jedoch, dass Mitte der 1980er Jahre bereits viele Tamilen Zuflucht in Nordrhein-Westfalen gefunden hatten. Genaue Daten für die einzelnen Bundesländer liegen aus dieser Zeit zwar nicht mehr vor, doch Schätzungen zufolge betrug der Anteil der Tamilen an Rhein und Ruhr mindestens ein Drittel der gesamten Gruppe Geflüchteter, also knapp 10.000 Menschen. Annette Willke, Professorin für Vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Münster, geht sogar von noch höheren Zahlen aus. Nordrhein-Westfalen war auch deshalb attraktiv, weil die Einwanderer dort bereits legal arbeiten durften, während das Asylverfahren noch lief.

Am 25. Mai 1985 stellte Paskaran den Asylantrag in Hamm. Den Plan, dort eine Hindu-Gemeinde zu gründen, fasste er allerdings erst später: „Eigentlich wollte ich ein, zwei Jahre bleiben, warten, bis der Bürgerkrieg vorbei ist und dann wieder nach Hause gehen“, erzählt der Priester. Doch der Bürgerkrieg hörte nicht auf, nicht nach einem Jahr, nicht nach zwei Jahren, nicht nach drei Jahren – er sollte erst 2009 enden, 26 Jahre nach seinem Beginn. Paskaran blieb in Deutschland, heiratete, bekam Kinder.

Gewachsene Gemeinde, genervte Nachbarschaft

„1989 habe ich den ersten Tempel gegründet“, sagt Paskaran und meint damit einen Ort für die Andachten, die religiösen Rituale. Denn der „Tempel“ bestand lediglich aus einer Ecke in seiner Wohnung in der Lange Straße im Westen der Stadt. Nach und nach sprach sich unter den hinduistischen Tamilen in Dortmund, Münster, Bochum und anderen Städten in Nordrhein-Westfalen herum, dass es in Hamm einen Priester gibt. So wuchs die Gemeinde mit der Zeit, und der Platz reichte bald nicht mehr aus. Für 50 DM mietete er den etwa 40 Quadratmeter großen Keller des Hauses, doch auch dort wurde es für die Gemeinde bald zu eng. Als nächstes diente eine ehemalige Kegelbahn als Tempelraum. Die Miete von 500 DM bestritt er von seinem Gehalt als Sozialarbeiter und aus Spenden.

Am jährlichen Tempelfest und dem feierlichen Umzug nahmen ab 1993 schließlich bis zu dreitausend Gläubige teil. Da der Tempel mitten in einem Wohngebiet lag, traten zwangsläufig Probleme mit den Anwohnern auf: Parkplätze und Toiletten reichten nicht für so viele Menschen, die Nachbarschaft fühlte sich von der Lautstärke gestört und beschwerte sich bei der Stadt.

„Bei dem alten Tempel gab es aber auch schlicht und einfach Baumängel“, ergänzt Ulrich Kroker. Der ehemalige Lehrer kam damals mit der Hindu-Gemeinde in Kontakt und vermittelte in der Auseinandersetzung zwischen Hindus, Bürgern und Stadtverwaltung. Heute ist Kroker Mitglied des Tempelbeirats, in dem er gemeinsam mit anderen Freiwilligen die Hindu-Gemeinde bei organisatorischen und juristischen Fragen unterstützt. Als schließlich auch die Medien auf die Hindu-Gemeinde in Hamm aufmerksam wurden, wurde die Stadt selbst aktiv und half bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück.

Wichtiger Pilgerort – mitten im Industriegebiet

Das war bald gefunden, und zwar im Industriegebiet in der Siegenbeckstraße, rund anderthalb Kilometer entfernt vom RWE-Kraftwerk Westfalen. Einiges sprach für diesen Standort: Der Autobahnanschluss erleichterte den Gläubigen die Anreise – inzwischen hatte Hamm sich zu einem zentralen Wallfahrtsort für Hindus aus ganz Europa entwickelt. Auch die Nähe zum Datteln-Hamm-Kanal spielte eine Rolle. Denn Wasser ist für die rituellen Waschzeremonien erforderlich. Es sollte zwar, anders als im Kanal, eigentlich fließen. Doch das sieht die Hindu-Gemeinde mit einer Mischung aus Flexibilität und Pragmatismus offenbar nicht allzu eng.

Im Industriegebiet gehörten auch die Lärm- und Parkplatzprobleme der Vergangenheit an. Außerdem war das Grundstück deutlich günstiger als in einem reinen Wohngebiet – kein unwichtiger Faktor für eine Gemeinde, die sich ausschließlich aus Spenden finanziert. Die Randlage außerhalb der Stadt brachte wohl auch Beruhigung in der Auseinandersetzung mit den Anwohnern.

Ab dem Frühjahr 1997 fanden die Gottesdienste der Gemeinde in einem kleinen Behelfstempel statt. Das war freilich nur eine Übergangslösung, denn Paskaran plante den Bau eines großen Tempels auf dem größeren, gegenüberliegenden Grundstück. Der Hammer Architekt Heinz-Reiner Eichhorst nahm das ungewöhnliche Bauprojekt schließlich in Angriff und besichtigte dazu einen Tempel im südindischen Kanchipuram, nach dessen Vorbild der neue Tempel im Hammer Industriegebiet gestaltet werden sollte.

Die Grundsteinlegung erfolgte im März 2000, die Baukosten von etwa 1,8 Millionen Euro finanzierte die Gemeinde nach und nach aus Spenden und Darlehen. Zwei Jahre später, im Juli 2002, feierten 3.000 Hindus die Einweihung des Sri-Kamadchi-Tempels, des zweitgrößten Hindu-Tempels Europas, mit einem 13-stündigen Fest. 14 Priester aus aller Welt segneten die Tempel-Gottheit Kamadchi, die „Göttin mit den liebenden Augen“, 45 Tage dauerten die Weihe- und Eröffnungsfeierlichkeiten insgesamt. Seither finden im Tempel dreimal täglich Pujas statt. Die Gottesdienste sind öffentlich zugänglich – und zum jährlichen Tempelfest im Sommer kommen etwa 20.000 Hindus und Interessierte aus aller Welt nach Hamm.

Die Zukunft auf der A61 – Unterwegs im autonom fahrenden Lkw

Oktober 2015April 2016

Die Nachricht war prominent im Autoland Deutschland: Anfang Oktober 2015 rollte erstmals ein Lastwagen selbstständig über eine Straße in der Bundesrepublik. Daimler-Benz startete damals auf der Autobahn 8 öffentlich den Testbetrieb für autonom fahrende LKW. Bei dieser ersten Proberunde des „Highway Pilot“ hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf dem Beifahrersitz Platz genommen. Das sorgte für mediales Aufsehen. Ein halbes Jahr später fahren die Laster weiterhin durchs Land – in politischer Mission.

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Vatikan-Theologe nach Coming-out: „Die Kirche nimmt Homosexuellen ihre Würde!“

Oktober 2015April 2016

Am 3. Oktober 2015 bekennt sich Krzysztof Charamsa, Mitarbeiter des Vatikan, öffentlich zu seiner Homosexualität. Den Zeitpunkt für sein Coming-out hat der polnische Theologe bewusst gewählt, beginnt doch einen Tag später, am 4. Oktober, in Rom die Weltbischofssynode mit den Schwerpunktthemen Ehe und Familie. Auch der Umgang der Kirche mit Homosexualität soll dort diskutiert werden. Charamsa ist Dozent an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom sowie Mitglied der Glaubenskongregation.

Die Kirche reagiert prompt und entlässt Charamsa aus allen Ämtern. Der Bischof der polnischen Diözese Pelplin ermahnt den Theologen und fordert ihn auf, zum „Amt Christi“ zurückzukehren. Charamsas Sühne bleibt aus, worauf der polnische Bischof ihn am 17. Oktober 2015 vom Priesteramt suspendiert. Ein halbes Jahr später sprechen wir mit Krzysztof Charamsa über sein Coming-out, die Haltung der katholischen Kirche zur (Homo-)Sexualität – und fragen, wie sich sein Leben in den vergangenen sechs Monaten verändert hat.

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Ärzte in Kundus unter Beschuss

Alternativtext

Oktober 2015April 2016

In den frühen Morgenstunden des 3. Oktober 2015 liefern sich afghanische Spezialkräfte in Kundus heftige Gefechte mit Talibankämpfern. Diese hatten wenige Tage zuvor überraschend Teile der Stadt eingenommen. Da sich die Rückeroberung sehr zäh gestaltet, fordert die afghanische Armee Unterstützung durch die US-Luftwaffe an. Wenig später trifft ein amerikanisches AC 130-Schlachtflugzeug in Kundus ein. Seine zahlreichen Kanonen und die 105-mm-Haubitze verschießen brandauslösende Munition und Splittergeschosse. Schnell gerät das von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen betriebene Krankenhaus ins Visier. Immer wieder nimmt die Flugzeugbesatzung die Intensivstation der Klinik unter Beschuss, setzt sie in Brand und schießt auf flüchtende Ärzte und Patienten.

Wir haben mit Florian Westphal gesprochen, dem Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Deutschland. Im Interview schildert er seine Sicht der Dinge – und fordert eine unabhängige internationale Untersuchung des Klinikbeschusses.

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